Live-Berichte:
26.08.2010 Summer Breeze 2010-Bericht
20.08.2010 Wacken Open Air 2010-Bericht
24.07.2010 Bang Your Head 2010-Bericht
28.08.2009 Summer Breeze 2009-Bericht
17.08.2009 Wacken Open Air 2009-Bericht
27.07.2009 Bang Your Head 2009-Bericht
20.08.2008 Wacken Open Air 2008-Bericht
30.07.2008 Magic Circle Festival 2008-Bericht
18.07.2008 Bang Your Head 2008-Bericht
11.09.2007 Summer Breeze 2007-Bericht
01.09.2007 Wacken Open Air 2007-Bericht
21.07.2007 Magic Circle Festival 2007-Bericht
30.06.2007 Bang Your Head 2007-Bericht
14.10.2006 SATYRICON, DARK FORTRESS
09.09.2006 Wacken Open Air 2006-Bericht
13.08.2006 Earthshaker Fest 2006-Bericht
16.09.2005 Summer Breeze 2005-Bericht
03.09.2005 Wacken Open Air 2005-Bericht
13.08.2005 Earthshaker Fest 2005-Bericht
05.08.2005 Bang Your Head 2005
07.06.2005 LAIBACH
Interviews:
21.12.2006 PRIVATE ANGEL
VIELE WEITERE AKTUELLE REVIEWS GIBT ES IM ABONNEMENT!
Reviews:
15.06.2010 SKULLVIEW - Metalkill The World
15.06.2010 ETERNAL REIGN - The Dawn Of Reckoning
12.06.2010 METALLY INSANE - Rock Until We Fall
10.06.2010 SALEM - In The Beginning...
10.06.2010 DANZIG - On A Wicked Night
08.06.2010 EQUILIBRIUM - Rekreator
08.06.2010 IRON MAIDEN - El Dorado
04.06.2010 PRETTY MAIDS - Pandemonium
21.06.2011 RUSH - Moving Pictures
21.06.2011 VIRGIN STEELE - Noble Savage
21.06.2011 HAMMERFALL - Infected
21.06.2011 PORTRAIT - Crimen Laesae Majestatis Divinae
21.06.2011 SKULL FIST - Heavier Than Metal
22.07.2010 ENFORCER - Diamonds
22.07.2010 METALIAN - Wasteland
03.07.2010 SKULLVIEW - Metalkill The World
03.07.2010 ETERNAL REIGN - The Dawn Of Reckoning
03.07.2010 METALLY INSANE - Rock Until We Fall
03.07.2010 SALEM - In The Beginning...
03.07.2010 DANZIG - On A Wicked Night
03.07.2010 EQUILIBRIUM - Rekreator
03.07.2010 IRON MAIDEN - El Dorado
03.07.2010 PRETTY MAIDS - Pandemonium
15.03.2009 ALICE COOPER - School's Out
15.03.2009 CRIMSON CULT - Crimson Cult
15.03.2009 NIGHTWISH - Made In Hong Kong (And Various Other Places)
03.03.2009 ROUGH SILK - A New Beginning
26.06.2008 JUDAS PRIEST - Nostradamus
01.06.2008 DISTURBED - Indestructible
01.06.2008 OPETH - Watershed
10.04.2007 CHRIS CAFFERY - Pins And Needles
10.04.2007 DECOY - Call Of The Wild
10.04.2007 NEVERLAND - Schizophrenia
10.04.2007 RAZORBACK - Deadringer
10.04.2007 THE LADDER - Sacred
10.04.2007 UNION MAC - Lost In Attraction
10.04.2007 WILDKARD - Megalomania
12.03.2007 BURNING POINT - Burned Down The Enemy
12.03.2007 CODE - The Enemy Within
12.03.2007 FAITH AND FIRE - Accelerator
12.03.2007 GODDESS SHIVA - Godess Shiva
12.03.2007 LAST AUTUMN'S DREAM - Saturn Skyline
12.03.2007 MAD MAX - White Sands
12.03.2007 STORMZONE - Caught In The Act
12.03.2007 WILD FRONTIER - Bite The Bullet
12.03.2007 FAITH AND FIRE - Accelerator
Zu den älteren Artikeln, die noch in keiner Ausgabe gelandet sind, geht's hier.
Auf ihrem achten Studioalbum präsentieren sich HAMMERFALL runderneuert und deutlich basischer: überflüssiger Bombast wurde über Bord geworfen, so dass das Werk stellenweise (z.B. bei "Bang You Head", mit ACCEPT-Anleihen) deutlich härter als zuletzt klingt. Die ersten
drei Stücke klingen frisch wie lange nicht und unterscheiden sich stilistisch durchaus. Mit "The Outlaw" wirds etwas langweilig, bevor mit der
Ballade "Send Me A Sign" eine absolute Gesangskatastrophe folgt, auf die wir hätten gut verzichten können. "Dia de los muertos" ein leichter,
ins Ohr gehender Banger, "I Refuse" ist der totale Nervtöter. "666 - The Enemy Within" ist dann wieder einfach nur nett, "Immortalized" ist
auch wieder eher etwas nichtssagendes, "Let's Get It On" weiß durch den nicht erträglichen Gesang zu missfallen und der Rausschmeißer
"Redemption" ist ein versöhnliches Ende, welches sich über sieben Minuten erstreckt. Fazit: HAMMERFALL-Fans holen sich das Album
sowieso, für alle anderen ist "Infected" ein sehr durchwachsenes Album mit wenig Höhepunkten und viel Mist.
Pünktlich zum 25. "Noble Savage"-Jubiläum erscheint ein neues ReRelease des Klassikers. Dabei ist die CD1 identisch mit dem bereits
erhältlichen Remaster des Albums, verfügt also über 16 Tracks. Darüber noch viel zu erzählen ist relativ sinnlos, denn das Werk gehört
zweifelsfrei in jede vernünftige Metal-Sammlung. Kommen wir also gleich zu CD2: hier befinden sich nochmal 13 weitere Tracks, von denen
immerhin 12 bisher komplett unveröffentlicht sind. Mit "To The Devil A Daughter", "God Of Violence Kill", "Viking", "Ase's Death", und "Bitches
From Hell" finden sich fünf komplett unbekannte Studiotracks, die teilweise vom nie erschienenen "Sin Will Find You Out"-Album des
geplaneten Nebenprojekts ORIGINAL SIN stammen, teilweise handelt es sich wohl um B-Material aus der "Noble Savage"-Phase. Desweiteren
gibt es noch zahlreiche Live Pre-Production Rehearsal- und Rough Mix-Stücke von bekannten Album-Tracks in unterschiedlicher Klangqualität.
Braucht man das? Einzig "God Of Violence Kill" hätte noch das Zeug dazu auf CD1 sein zu dürfen, dort ist aber kein Platz mehr. Der Rest des
Materials ist tatsächlich einfach nur B-Material. Für eingefleischte VIRGIN STEELE-Fans ist die Neuauflage sicherlich ein Muß, allein schon
wegen des dicken Booklets mit vielen neuen Informationen zu Album und Bonustracks. Wer die letzte Remaster-Ausgabe bereits besitzt, sollte sich allerdings schon zweimal überlegen, ob sich hier eine erneute Anschaffung lohnt.
Musik: 9,5 (CD1)
Klang: 7,0 (CD1) / 3,5-6,5 (CD2)
Spielzeit: CD1: 68:40 / CD2: 49:26
(THE MIGHTY SCI)
Natürlich ein ReRelease, natürlich ein Klassiker. So langsam setzt sich die BluRay Disc auch am Musikmarkt durch und somit erscheint
dieses Album sowohl als CD+DVD wie auch als CD+BD Deluxe Edition. Das Booklet wurde um neue Linernotes und neue Bilder erweitert. Wer
nur an der CD interessiert ist und diese bereits remastert besitzt, kann sich eine Neuanschaffung sparen. Die BluRay, komplett neu digital
bearbeitet, enthält das Studioalbum in PCM Stereo, Surround und im DTS HD Master Audio-Sound. Verglichen mit der CD definitiv die bisher
beste Qualität. Das Album selbst kommt dabei als reine Audio BD, nur das Cover agiert während des Abspielens quasi als Bildschirmschoner
auf dem Fernseher. Drei Bonustracks mit Bild gibt's dann doch noch: "Tom Sawyer", "Limelight" und "Vital Signs", alle bisher unveröffentlicht,
die Band spielt sie im Studio gerade ein. Die Soundqualität ist entsprechend gut, die Aufnahmen entsprechen VHS-Qualität, an der der Zahn der
Zeit sichtbar genagt hat. Insgesamt gesehen also keine Überraschungen und nichts wirklich Neues, einzig die gesteigerte Sound-Qualität der
BluRay dient hier als Kaufgrund. Ein audiophiler Quantensprungt bleibt natürlich aus.
Musik: 10,0
Klang: 7,5
Spielzeit: 40:03
(THE MIGHTY SCI)
Nach zahlreichen Bands aus aller Herren Ländern, welche seit einiger Zeit plötzlich der NWoBHM fröhnen und sich in modernen
Produktionen ganz diesem Soundgewand der Jahre 1979 bis 1982 widmen, scheinen immer mehr Musiker dem Treiben von MERCYFUL FATE
und KING DIAMOND zugeneigt. In diesen Wochen erscheinen mit IN SOLITUDE und PORTRAIT gleich zweier solcher Exponate auch noch bei
der selben Plattenfirma. Kommen noch HELL hinzu, die zwar ein Original sind, aber schon 25 Jahre später ihr Debüt präsentieren. Das Album
mit dem zugenbrechenden Titel hat keinen "Übersong" an Bord, von dem man noch in 20 Jahren sprechen wird, präsentiert sich aber als eine
in sich geschlossene Einheit anspruchsvoller, gut ausgearbeiteter Stücke welche von zahlreichen genialen Gitarrensoli oder -passagen
ausgeschmückt wird. Eines der Highlights des Jahres, definitiv.
Musik: 8,0
Klang: 6,0
Spielzeit: 53:42
(THE MIGHTY SCI)
Das Kanada-Trio SKULL FIST ist derzeit mit einem 5-Track-Debüt am Start, welches in Deutschland nur exklusiv bei einem Online-Händler
erhältlich ist. Produktion und Sound klingt wie ein vergessenes 1980er Underground-Release. Am Gesang dürften sich mal wieder die Geister
scheiden, denn ihn als hoch zu bezeichnen wäre noch zu tief gestapelt. Weder schlecht noch gut, bewegen sich SKULL FIST durchwegs im
relativ eingängigen Mittelmaß, ohne auch nur einen wirklich überzeugenden Song im Repertoire zu haben. Was nichts anderes heißen soll, als
dass es weder schlechte noch gute Stücke enthält. Es hört sich einfach nur nett und richtig "oldschoolig" an. Reinhören hilft. Erhältlich als CD
und limitiertes 12" Vinyl.
Musik: 6,5
Klang: 6,5
Spielzeit: 21:38
(THE MIGHTY SCI)
Auch in Schweden klingt es wie aktuell in vielen Ländern der Welt verdammt nach NWoBHM. Der
Zweitling "Diamonds" klingt wie aus den früheren 1980ern gefallen und heizt mit deutlich an IRON
MAIDEN angelehnten Twin-Guitars mächtig ein. Hinzu kommen eingängige Hooklines en masse - und das
alles in einem modernen Sound verpackt. Das Werk erreicht den Gehörgang ziemlich abwechslungsreich,
denn bei Track 4 fährt man überraschenderweise auf der Sleaze-/Glam-Schiene mit einem Hit, dem man
glaubt aus dem Radio zu kennen. Beim Titeltrack werden gegen Ende hin auch PINK FLOYD-artige
psychedelische Klänge angestimmt, bevors gleich darauf wieder traditionell weitergeht. Diesmal allerdings
mit unglaublich geilem US-Speedmetal. Zusammen mit METALIAN aktuell eine der Höhepunkte des Jahres.
Zu beanstanden wäre bei diesem Vollpreis-Album nur die sehr kurze Spielzeit von knapp 40 Minuten. Aber
lieber kurze Spielzeit, als Lückenfüller. Hervorzuheben auch das sehr liebevoll aufgemachte Digipak der
Erstauflage. Zugreifen!
Musik: 9,0
Klang: 8,5
Spielzeit: 39:32
(THE MIGHTY SCI)
SAVAGE BLADE, STRIKER - und mit METALIAN schon wieder eine Band aus Kanada, welche dem
NWoBHM fröhnt. Mit so einem Debüt hätte man es auch Anfang der 1980er schon weit bringen können mit
dem richtigen Label im Rücken. Die Stücke bohren sich in die Ohren und kommen dermaßen authentisch
rüber, daß man gar nicht glauben mag, daß es sich bei "Wasteland" nicht doch um ein vergessenes Juwel
aus alten Tagen handeln könnte. Dazu kommt eine Produktion, die auch noch wie die Faust aufs Auge dazu
passt. Soll heißen: wie damals üblich leicht verwaschen und undifferenziert, aber dennoch sehr symphatisch.
Nicht so stark wie die neue ENFORCER, aber NWoBHM-Fans sollten dringend reinhören.
Musik: 8,0
Klang: 6,0
Spielzeit: 32:18
(THE MIGHTY SCI)
Musik: 7,5
Klang: 7,0
Spielzeit: 50:41
(THE MIGHTY SCI)
Musik: 8,0
Klang: 8,0
Spielzeit: 57:15
(THE MIGHTY SCI)
Musik: 8,5
Klang: 8,0
Spielzeit: 11:55
(THE MIGHTY SCI)
Musik: 6,0
Klang: 6,5
Spielzeit: 84:15
(THE MIGHTY SCI)
Musik: 8,0
Klang: 8,0
Spielzeit: 4:02
(THE MIGHTY SCI)
Bombastisch wie nie präsentieren uns EQUILIBRIUM auf "Rekreator"
Pagan-Folk in Vollendung. Auch wenn man um die Texte zu verstehen wohl
das Booklet zu Rate ziehen muß (so sie denn dort stehen werden), ist
das neue Album ein herrlich unbeschwertes Party-Album, welches teilweise
konträr zu den Texten einige male für ungewollten Slapstick sorgt.
Musikalisch sind die Jungens aber über alle Zweifel erhaben und den Stil
noch breitwandig zu erklären ist denke ich mal ziemlich müßig.
Musik: 8,5
Klang: 8,5
Spielzeit: 62:05
(THE MIGHTY SCI)
Musik: 8,0
Klang: 7,5
Spielzeit: 6:49
(THE MIGHTY SCI)
Nach vierjähriger Pause und einer zwischenzeitlichen Schwächephase,
welche nach ihrem 2002er Machwerk "Planet Panic" eintrat, melden sich
die PRETTY MAIDS wieder zurück. Mit einem neuen Label im Rücken, dass
auf melodischen Metal dieser Marke spezialisiert ist und auch die
richtige Zielgruppe ansprechen kann. Die Härte eines "Red, Hot And
Heavy"-Albums wird natürlich nur in einigen wenigen Ansätzen erreicht,
doch eine Rückkehr in jene Zeiten dürfte niemand realistisch erwartet
haben. So ergibt sich ein auf sehr hohem Niveau musizierendes Melodic-
Werk, gewürzt Hardrock und eingängigen Refrains. Der ganz große Kracher
ist darunter jedoch nicht zu finden. Pflichtkauf für Fans, alle anderen
sollten auf alle Fälle mal reinhören.
Musik: 8,0
Klang: 7,5
Spielzeit: 50:06
(THE MIGHTY SCI)
Ein audiophiles Highlight war "School's Out" ganz bestimmt nie. Der
Titeltrack natürlich DIE Sommerhymne 1972. Das Werk als Ganzes ist
mittlerweile einer der großen Klassiker des Hardrocks. Vorallem auch
ob der stilistischen Bandbreite des Albums, welche Elemente von Jazz und
Musical geschickt für sich verwendet. Aller klanglichten Defizite zum
Trotz erscheint "School's Out" nun zum ersten Mal überhaupt digital
remastert. Auf einer 24-Karat-Gold-CD. Limitiert und nummeriert bei
Audio Fidelity. Und natürlich hatte beim Remastering der inzwischen
legendäre Steve Hoffmann seine Finger im Spiel. Psychedelic "Gutter
Cat vs. the Jets"/"Street Fight" sind auch Wichsvorlagen für PINK FLOYD-
Fans. "Blue Turk" verliert sich in gigantischen Jazz-Trompeten, das
"Grande Finale" pulsiert einem ausklingendem Bühnenstück gleich. Der
Vergleich zur leider immer noch in den Regalen stehenden Ur-CD fällt
derb aus: 1,5 Klangpunkte entfernt, mag man schon von mehr als nur
Entstaubung sprechen.
Die Original-Erstauflage der LP kam damals übrigens mit einem weißen
Damen-Slip daher, welcher über die Platte gezogen und somit ziemlich
groß war. Premium-Abonnenten der CD-Neuauflage bekamen zu ihrem
digitalen Orgasmus ein schnuckeliges Schwarzes in Größe S/M als Beigabe.
Herrlich. Demnächst in diesem Theater: der Nachfolger "Killer".
Natürlich ebenfalls in Gold und geremastert.
Musik: 9,5
Klang: 7,0
Spielzeit: 36:49
(THE MIGHTY SCI)
Eben noch eine Promo-Demo veröffentlicht und schon einen Plattenvertrag
und ein Debütalbum. Das nennt man mal rasant. CRIMSON CULT sind jedoch
keine Newcomer, sie sind alte Bekannte: STYGMA IV hieß die Band vorher,
erhalten blieben Gitarrist/Keyboarder Günter Maier und Bassist Alex
Hilzensauer. Wem diese von diversen Labels gefolterte Kapelle etwas
sagt, weiß auch, daß man vorher schon mehrere Namen hatte, die alle
irgendwie mit STYGMA zumindest begannen. CRIMSON CULT - ein Neuanfang.
Walter Stuefer (Gesang) und Peter Bachmayer (Schlagzeug) ergänzen das
Duo und treten in vertraute Fußstapfen. Power Metal ohne Pathos, ohne
Mainstream-Anspruch und ohne Klischees. Vorallem klingen CRIMSON CULT
weder typisch deutsch, noch amerikanisch noch sonstwas. Sie spielen
einfach wie immer zeitlosen Metal. Wer in letzter Zeit diverse
Underground-Releases wie ENFORCER oder FATAL VIOLENCE kennen und lieben
gelernt hat, macht hier absolut nichts falsch. Anspieltipps: der
eingängige Opener "Evil Design", "Undead" und "Lava Machine", astreine
9,5 Punkte Stücke.
Musik: 8,0
Klang: 6,0
Spielzeit: 55:12
(THE MIGHTY SCI)
Mit ihrer neuen Sängerin Anette werden NIGHTWISH immer seltsamer. Die
Band, welche unser Magazin 1998 als eines der ersten Magazine überhaupt
einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt hatte, monatelang bevor es
große Magazine wie das Rock Hard es getan haben, hat inzwischen eine
Stimme, welche austauschbar klingt. "Made In Hong Kong..." wirkt als
Tour-Nachschlag noch viel mysteriöser als alles vorher: das Werk klingt
wie ein Bootleg, ist schlecht gemixt und produziert. Authentisch, mag
man sagen. Gewiss, eine Möglichkeit. Aber zu NIGHTWISH passt das nicht.
Es klingt wie ein armseeliger Versuch beweisen zu wollen, daß die Band
mittlerweile weniger Klassik und mehr Rock'n'Roll ist. Das trockene und
deshalb um Längen härter wirkende Schlagzeugspiel vorallem zu Beginn
möge als Beispiel dienen. Die Tracklist, ganz auf "Dark Passion Play"
ausgerichtet, spricht Bände: NIGHTWISH steht nicht auf ausgestreckte
Mittelfinger bei Live-Auftritten. Die Finnen wollen mit dem Kapitel
Tarja abschließen und sich neu erfinden. Durchkommen werden sie damit
auf Dauer garantiert nicht. Objektiv betrachtet, entfaltet "Made In
Hong Kong" trotzdem einen eigentümlichen Reiz. NIGHTWISH 2009 ist
weniger Pomp und mehr Rock'n'Roll. Das Release ein Spaltpilz zwischen
langjährigen DieHard-Anhängern und einem neuen Sound.
Musik: -.-
Klang: 5,5
Spielzeit: 66:13
(THE MIGHTY SCI)
Pünktlich zum 20 jährigen Band-Jubiläum melden sich die deutschen
Melodic-Power-Metaller um Gründer und Keyboarder Ferdy Doernberg im
Heavy Metal-Universum zurück. Das letzte Album "End Of Infinity"
stammt bereits aus dem Jahre 2003 und nicht nur einmal gab es Gerüchte
um ein Ableben der Jungens. In Erinnerung sind das gutklassige, sehr
ACCEPT-lastige Debüt "Roots Of Hate" von 1993. Danach arbeitete sich
die Band mit "Walls Of Never", "Circle Of Pain" und "Mephisto" zu
einer meiner Lieblingskapellen hoch. Der charismatische Gesang von Jan
Barnett, die dezenten, oftmals vorhandenen Hammondorgeln - eine
wirkliche Seltenheit im Heavy Metal-Bereich und und eine teilweise
enorme Stilbreite die für Abwechslung sorgte. Danach ging es mit dem
neuen Frontmann Thomas Ludolphy mit "Beyond The Sundown" und "Symphony
Of Life" leider bergab, bevor man sich mit "End Of Infinity" zuerst
Ludolphy verabschiedet und danach auf dem Album Gesangs-Sharing zu
dritt betrieben wird.
Auf dem neuen Machwerk "A New Beginning" übernimmt tatsächlich Ferdy
den Gesang ganz alleine. Und macht dabei eine sehr gute Figur. Da sind
sie wieder: die Hammondklänge, die Klavierparts, die geilen Soli. Der
Opener "Temple Of Evil" beginnt furios und lässt auf ein Highlight des
Jahres hoffen: ein stampfendes Ross von einem Song mit genialem Refrain!
Leider geht es nicht so weiter. "Home Is Where The Pain Is" ist ein
ätzender Nervtöter in schlechtester PRIMAL FEAR-Tradition. Das gilt auch
für Track Nr. 4 "The Roll Of The Dice", während beim Titeltrack Rap(!)-
Passagen abgrundtief ohrenstrapazierend sind. Ganz abgefahren wird es
bei "Black Leather": da klaut man den Refrain mal eben schnell bei
RUNNING WILD's "Chains & Leather", von wem der Pre-Chorus geklaut ist
fällt mir gerade nicht ein. Besser ist da schon "We Got A File On You",
welches mit seinen mächtigen Punk-Chören an THE POGUES erinnert und
hübsch schnell ist. Der Rest der Stücke bewegt sich auf durchschnittlich
bis gutem ROUGH SILK-Standard-Niveau. Zum Ende hin wird es allerdings
noch einmal hoch interessant: die Ballade "We All Need Something To Hold
In This Life" ist typisch für die Jungs, erinnert an gute alten Zeiten
und lädt zum mitsingen und mitschunkeln ein, ohne auch nur ansatzweise
kitschig zu sein. Ganz groß wird das Album dann ausgerechnet mit dem
siebenminütigen Rausschmeißer "A Song For Hilmer": Mit Solo-Klavier
beginnend, einen alten verstorbenen Freund betrauernd, blickt man
zurück auf vergangene Zeiten und nimmt Abschied. Zum Ende hin klingt
das Stück schließlich zwei Minuten lang mit PINK FLOYD-Flächensound-
Gitarren aus, welche auch David Gilmour nicht besser hinbekommen hätte.
Was bleibt: ein insgesamt gesehen gerade noch als "gut" einzustufendes
Album, welches leider nur wenige wirkliche Highlights besitzt. Diese
allein rechtfertigen aber mindestens ein Reinhören.
Musik: 7,0
Klang: 8,0
Spielzeit: 61:36
(THE MIGHTY SCI)
Wow! Ist das lange her! Erinnert Ihr Euch noch daran, wie wir 1998 das
Debüt "Legends Of Valor" besprochen haben? In den darauf folgenden drei
Jahren folgten mit "Kings Of The Universe" (1998) und "Consequence Of
Failure" (2001) zwei weitere Alben. Dann ward es still. Das 2004er
Demo ging völlig unter. Nun melden sich die U.S.-Power Metaller wieder
zurück. Dabei shredden sie sich durch sämtliche Sparten des
traditionellen Metal von langsam über Midtempo bis ziemlich schnell
("Defiance, Desperation, Defeat"), bevor sie mit "Remnants Of The Storm"
erstmal in bestern MANOWAR-Tradition vor sich hin labern und danach
weitermachen wie zuvor. Ansonsten sind sie sich natürlich treu
geblieben und spielen kautzigen Underground-Metal, der schon ein paar
Anläufe benötigt, um zu gefallen.
Fünf Jahre hat es gedauert, um den "Forbidden Path"-Nachfolger
einzuzimmern. Die deutsche Underground-Hoffnung hat sich weiter
gemausert. Das kraftvolle Organ von Dirk Stühmer ist ganz weit von
Kreischgeschrei entfernt und somit sollten ETERNAL REIGN nicht nur
bei Power Metal-Freunden gut ankommen. "The Dawn Of Reckoning" ist
wuchtig, teilweise episch, und benötigt einige Durchläufe um seine
ganze Cleverness zu entfalten. Das Album steigert sich, nützt sich
garantiert nicht so schnell ab und hält sich auf einem gleichmäßig
hohen Niveau. Wer jüngere ANGEL DUST, alte DARK AT DAWN, BLACK DESTINY
oder HEAVENS GATE mag, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren.
Etwas kuriose Veröffentlichung. METALLY INSANE ist ein Nebenprojekt von
CRYSTAL TEARS-Drummer Chrisafis Tantanozis, welcher hier eine richtig
gute Metalhymne präsentiert, die sich vor großen Bands nicht zu
verstecken braucht. Der Frontmann klingt ebenfalls sehr überzeugend,
doch leider liegen mir keine näheren Informationen darüber vor. Das
7"-Vinyl ist auf 525 Stück limitiert. Auf Seite A findet sich eine von
Chrisafis Tantanozis selbst abgemischte Version des Tracks, auf Seite B
eine von Chris Tsangarides (u.a. JUDAS PRIEST, THIN LIZZY, GARY MOORE,
DEPECHE MODE, usw.). Letztere Version ist etwas klarer, differenzierter
abgemischt, doch auch etwas höhenlastiger. Der Unterschied ist reine
Geschmackssache. Kommt noch dazu, daß die Single bereits 2004 bereits
einmal veröffentlicht wurde. Doch wo bleibt denn nun das Album?
SALEM sind eine längst vergessene legendäre Band aus der Hochphase der
NWoBHM. Auf diesem geremasterten Silberling sind die erste Single und
alle drei Demos (1981-83) der Engländer vertreten. Und somit alles, was
jemals aufgenommen wurde. Der Titel der Zusammenstellung ist insofern
etwas verwirrend. Zuerst mal zum Klang: natürlich etwas rumpelig, aber
auch etwas basslastig. Ansonsten aber überraschend frisch für derartig
alten Underground-Stoff. Hört sich an, als ob hier gut erhaltene
Mastertapes vorlagen. Zur Musik: die NWobHM steckt in jeder Note, der
Gesang passt dazu, ist jedoch nicht sehr markant. Die Instrumental-
Fraktion spielt sehr gekonnt, der Drummer spielt vertrackt und sticht
teilweise heraus. Und was macht nun das Song-Material? Deutlich, warum
es diese Band nicht geschafft hat. Das einzige Stück, welches etwas
herausragt, ist die vertrackte fast 17(!) minütige Trilogie "The Keeper
Of The Keys" (sic!), ungewöhnlich lange für damalige Verhältnisse. Der
Rest versandet in 08/15 Midtempo, einprägsame Refrains oder sonstige
in Erinnerung bleibende Dinge sind - nicht zu finden. Eine
Veröffentlichung also für NWoBHM-Komplettisten, die wirklich alles noch
so kuriose aus dieser Zeit haben müssen - echt komplett und natürlich
im Vergleich zu den Originalen sehr günstig zu haben. Warum die Band,
welche aus den Überresten von ETHEL THE FROG entstand, nicht zu LP-
Ehren kam, ist nun geklärt. ETHEL... hatten übrigens einen Vertrag beim
Major EMI, das hörenswerte Debüt erschien darüber, die CD kam in den
1990ern nochmal bei British Steel heraus. Seht Ihr, hat doch noch zu
einem Anspieltipp gereicht.
Neuer Track zum kommenden Album. Glenn Danzig präsentiert uns einen
lockeren Südstaaten-Rocker mit fetzigen Gitarren, etwas dünnem Bass und
ein wenig zu viel Refrain. Insgesamt gesehen sehr eingängig, gabs aber
auch schon überzeugender.
Erstes neues Lebenszeichen der eisernen Jungfrauen. Die neue Single
gibt es exklusiv und kostenlos auf der Homepage zum herunterladen, inkl.
Cover, versteht sich. IRON MAIDEN bleiben sich treu, schreiben weiterhin
keine schnellen, eigängigen Stücke mehr, sondern vertrackte Riff-Songs
mit Prog-Metal-Anleihen. Erstaunlicherweise hört sich das Ergebnis bei
"El Dorado" nach Bruce Dickinson Solo an. Insgesamt ein gutes Stück,
ein Highlight ist es nicht. Mal sehen, wie das Album wird.